Schulversammlungen

  • Intention einer Schulversammlung Die Sozialerziehung ist seit Jahren ein wichtiger Schwerpunkt an unserer Schule. Dieser soll durch die Schulversammlungen verwirklicht und vertieft werden. Die Regeln, die wir für unsere Schule erarbeiten, sollen nicht nur für die Kinder sein, sondern auch von diesen kommen. Deshalb werden die Kinder vermehrt in die Arbeit mit einbezogen und formulieren die Regeln selbst.
  • Themenformulierung und erstes Treffen Hierfür warten wir, bis von unseren Schülerinnen und Schülern ein Vorschlag kommt, den wir für ein Schulversammlungsthema als geeignet halten. Falls dies nicht der Fall ist, haben wir bei der Überprüfung unserer Ziele den Kindern mehrere Themen vorgeschlagen, die sie nach Prioritäten ordnen können. So sehen wir, was den Kindern am meisten „unter den Nägeln brennt“. Am Tag der Schulversammlung treffen sich alle Kinder in einem Klassenzimmer, was dank unserer Schulgröße gut möglich ist. Einige Schülerinnen und Schüler stellen den anderen das neue Thema vor und begründen auch, weshalb es gewählt wurde. Nun werden ca. 6 Kinder aus unterschiedlichen Klassen in eine Gruppe eingeteilt. Ihre Aufgabe ist es, einige Regeln zur Behebung des Problems zu formulieren. Themen waren beispielsweise die Toilettenregeln, das Verhalten vor / während / nach der Pause und in der Vorviertelstunde.
  • Regelformulierung Interessant ist, dass es meist 8-9 Regeln gibt, die von vielen Gruppen formuliert werden. Aufgabe der vierten Klasse ist es nun, die wichtigsten Regeln „herauszufiltern“. Wenn dies geschehen ist, treffen sich die Klassensprecher mit Frau Eberle und Frau Promm im Büro der Schulleitung. Dort werden die Regeln diskutiert, für die Schülerinnen und Schüler formuliert und dann den restlichen Kindern im Plenum vorgestellt.
  • Einhaltung und Überprüfung der Regeln Diese wichtigen Regeln werden nun für alle sichtbar in unserem „Ritterhaus“ (Bilderwand im Treppenhaus zum 1. Stock) angebracht und mit passenden Fotos, die das richtige / falsche Verhalten zeigen, illustriert. In den nächsten Wochen gilt es besonders auf diese Regeln zu achten. Die Kinder und natürlich auch wir Lehrer wollen sehen, wie das geklappt hat. Deshalb wird ein Fragebogen entwickelt, mit dem sich jedes Kind selbst einschätzen darf (anhand von Smileys). Diese Selbsteinschätzung unterstützt unser Kompetenzcurriculum und stärkt auch das Selbstwertgefühl der Kinder. Damit alles wirklich anonym bleibt, bekommt jeder eine „Wahlkabine“ und darf seinen Fragebogen in den Briefkasten im Gang werfen. Gleichzeitig dürfen die Kinder unter vorgegebenen Themen wählen, welches für sie als nächstes besonders wichtig ist (s.o.). Wir waren beeindruckt, wie sich die Kinder zunehmend selbst kritisch bewertet haben und sich selbst eingestehen, die eine oder andere Regel noch nicht so gut oder auch besonders gut beachtet zu haben.
  • Weiterarbeit Die vierte Klasse wertet die Bögen aus, erstellt Diagramme für das „Ritterhaus“ und stellt der Schulversammlung das Ergebnis vor.
  • Die erste Schulversammlung eines jeden Schuljahres dient dazu, unsere Erstklässler kennenzulernen und sich diesen vorzustellen.